Bodenschichten

Wenn du dich ein bisschen durch unsere Webseite oder unser Instagram—Profil geklickt hast, wird dir aufgefallen sein, dass manche unsere Flaschengärten Bodenschichten haben und andere nicht. Warum das so ist und wie du selbst saubere Bodenschichten anlegst, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Brauche ich Bodenschichten?

Prinzipiell nicht, aber nur wenn du das richtige Bodenmaterial verwendest. Viele Anleitungen, die du im Internet finden kannst, beschreiben ein drei Bodenschicht-Model. Dieses besteht aus grobem Kies, feinem Kies und Erde. Dieses dient dazu, dass überschüssiges Wasser in die unterste Schicht sickert. Die Zwischenschicht sorgt dafür, dass die Erde keinen direkten Kontakt mit der nassen untersten Schicht hat und die Erde lockerer bleibt. Ansonsten würde sich die Erde permanent mit dem Wasser vollsaugen, verdichten und zu Staunässe führen. Die Pflanzen nehmen nämlich den Sauerstoff über die Wurzeln auf. Durch das Verdichten der feuchten Erde ist dies aber nicht mehr möglich und die Pflanzen gehen ein. Das heißt für dich, wenn ein Großteil deines Bodens aus Erde oder anderen nicht formstabilen Materialien besteht, dann brauchst du verschiedene Bodenschichten.

Wenn dein Boden hingegen fast nur aus porösem Lavastein besteht, kannst du den vorherigen Absatz vergessen. Denn dieses Gestein hat in einem Flaschengarten eine Reihe von Vorteilen. Durch seine poröse Struktur nimmt es gut Wasser auf, deine Pflanzen können schon mal nicht vertrocknen. Gleichzeit ist das Gestein so formstabil, dass es sich  weder durch die Feuchtigkeit noch durch die Schwerkraft so stark verdichten kann, dass die Gefahr von Staunässe besteht. Die Wurzeln deiner Pflanzen können daher stets genügend Sauerstoff aufnehmen. Vorausgesetzt du übertreibst es nicht beim Gießen. Du solltest soviel Wasser hinzugeben, dass dieses komplett durch die Lavasteine aufgenommen wird (die Steine werden dunkler), aber es sollte kein Wasser im Glas stehen.

Verwendest du also ausschließlich Lavastein, dann solltest du keine Probleme mit dem Boden bekommen. Wichtig ist beim einsetzten der Pflanzen daher auch, dass du einen Großteil der Erde entfernst, du musst aber die Wurzeln aber nicht penibel auswaschen. Ein kleiner Rest macht hier keine Probleme.

Aber warum habt ihr dann Flaschengärten mit Schichten, fragst du dich jetzt?

Bodenschichten aus optischen Gründen

Die Bodenschichten in unseren Flaschengärten haben einen rein optischen Grund. Einen Flaschengarten ist eben nicht nur ein geschlossenes und faszinierendes Ökosystem, sondern auch ein Hingucker in deiner Wohnung. Ansonsten können wir auch immer die 3 am besten geeigneten Pflanzen verwenden. Die Bodenschichten bringen wie die verschiedenen Pflanzen und Steine auf der Oberfläche Abwechslung in die Flaschengärten und erlauben es dir und uns kreativ zu werden.

Als Material für diese optischen Bodenschichten eignen sich eine ganze Reihe Materialien. Kiese, Splitt und Sand aus verschiedenen Gesteinsarten wie zum Beispiel Quarz, Basalt oder Granit. Wichtig ist nur:

Es sollte nicht zu fein sein.

Verwendeter Sand sollte körnig und etwas gröber sein, ansonsten könnte der sehr feine Sand auch zu Staunässe führen, wenn dieser alle Lücken im Lavastein füllt. Außerdem kann sehr feiner Sand mit der Zeit am Glasrand nach oben wandern und euer Glas sieht dadurch schmutzig aus. Auch bei körnigem Sand solltest du es aber nicht mit der Verwendung übertreiben. Baut eure Sandschichten am besten nur am Glasrand auf und erstellt keine durchgehenden Schichten, die sich auch in der Glasmitte befinden. Hier ist wieder Lavastein das beste Material für eure Pflanzen. Auch bietet es sich an, die erste Sandschicht auf einer eher feinen Gesteinsschicht zu streuen, damit dieser nicht zwischen den größeren Steinen hindurchrieselt.

Es sollt nicht zu kalkhaltig sein

Ihr solltet kein stark kalkhaltiges Gestein wie Kalkstein oder Marmor verwenden, da in eurem sehr kleinen Ökosystem der Boden möglichst neutral sein sollte und ihr so Kalkschlieren am Glasrand vermeidet, die ansonsten mit der Zeit entstehen können.

Uns so geht’s am besten

Starten wir direkt mit einem Geheimtipp, dem Kaffeedosierlöffel. Diesen kannst du nicht nur zu Vorbereitung benutzen, um dir erstmal einen Kaffee für die „Gartenarbeit“ am Schreibtisch zu kochen, sondern auch um Sand perfekt an den Glasrand zu streuen.

1. Fülle zunächst etwas Lavastein als Grundlage in deinen Flaschengarten. Eine Höhe von einem Zentimeter reicht hier meist schon. Am Rand kannst du auch etwas flacher bleiben.

2. Die erste Sandschicht (nur am Rand) auf den Lavastein streuen. Dies kannst du gut mit dem Kaffeedosierlöffel oder einem leeren Pflanzentopf (mit abgeklebten Löchern) machen. Deine erste Sandschicht sollte farblich dem Lavastein ähneln.

3. Jetzt kannst du die zweite Schicht streuen. Deiner Kreativität sind hierbei keiner Grenzen gesetzt. Deine Schichten können gleichmäßig oder wellig sein. Du kannst auch Lücken lassen und Muster erzeugen.

4. Damit ihr einen sauberen Rand hinbekommt legt ihr diesen am besten schon komplett an, so da das euer Rand höher ist als die Mitte, in die wir anschließend die Pflanzen setzten. Doch je mehr Schichten du am Rand einstreust, umso mehr Sand wird auch in die tiefere Mitte rieseln.

5. Um das zu verhindern, türmen wir am Rand auch immer etwas Lavastein mit auf. Im Gegensatz zum feinen Sand lässt sich dieses mit seinen ecken und kanten viel besser "stapeln".

6. Auf Bildern ist es immer schwer festzuhalten, aber nach einigen Schichten ist euer Bodenschicht am Rand auf diese Weise 3-5 cm hoch geworden (je nach Glasgröße). In der Mitte ist sie jedoch nur 1 cm hoch.

7. Damit ihr eure feinen Sandschichten nicht in den nächsten Schritten bei der Bepflanzung wieder kaputt macht, ist es eine gute Idee diese zu mit Lavastein und auf der obersten Schicht, je nach euren Vorstellungen, mit anderen Seiten, wie dunklem Basalt oder hellen Quarzkies abzudecken.

8. Euer Boden ist fertig, jetzt geht's ans bepflanzen. Da es in diesem Beitrag ja nur um den Boden gehen sollte, verweise ich dazu mal auf unsere Anleitung.